Die Dom- und Hochschulstadt Merseburg liegt an der Saale im Süden von Sachsen-Anhalt. Eine erste Besiedlung der Stadt ist bereits in vorgeschichtlicher Zeit nachweisbar. Die Funde aus der Band- und Schnurkeramik, der Bronzezeit, der römischen Kaiserzeit und der Zeit der Völkerwanderung weisen auf eine bewegte Geschichte der Stadt Merseburg hin.
Der Weg zur Handelsmetropole an der Saale
Merseburg wurde erstmals in den Jahren 880/899 schriftlich im Hersfelder Zehntverzeichnis als “mersiburc civitas” erwähnt. Die Stadt gelangte 919 durch die Heirat von König Heinrich I. und der Tochter des Merseburger Grafen Erwin in das sächsische Herrschaftshaus. Er ließ die Befestigungsanlagen auf dem Burgberg verstärken und siedelte die Merseburger Schar bei der Burg an. Nach der siegreichen Schlacht gegen Ungarn auf dem Lechfeld 955 gelobte König Otto I. den Aufbau eines Bistums, das 968 gegründet wurde. Einige Jahre darauf wurde es wieder aufgelöst und 1004 von Heinrich II. erneut gegründet. Bis 1021 ließ er den Merseburger Dom errichten. 1188 gründete Kaiser Friedrich Barbarossa einen neuen Markt und ließ die an der Saale gelegene Neumarktkirche erbauen. Die Brücke über der Saale hatte Merseburg zu einem bedeutenden Handelszentrum gemacht. Am Ende des Mittelalters umfasste das Bistum mehr als 300 Kirchen und war im Laufe der Jahre Residenzstadt von über 40 Bischöfen. Eine bürgerliche Selbstverwaltung der Stadt wurde erstmals 1289 erwähnt.
Reformation und Industrialisierung
1485 bei der Leipziger Teilung wurde die Stadt dem Herzogtum Sachsen angegliedert. Während der Reformationszeit und der Bauernkriege wehrten sich die Merseburger gegen die ständig neuen Lasten, weshalb Bischof Adolf 1525 nach Leipzig floh. In dieser aufwühlenden Zeit predigte Martin Luther im Merseburger Dom. Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs im Jahre 1561 setzte sich die Reformation endgültig durch und das Benediktinerkloster wurde aufgelöst und zum Teil abgerissen. Von 1605 bis 1608 wurden Erweiterungsbauten am Schloss errichtet. Bis 1738 war Merseburg Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Merseburg. Danach fiel Merseburg zurück an Kursachsen. Der Wiener Kongress führte 1815 zu großen Veränderungen. So wurde die Stadt Sitz des preußischen Regierungspräsidenten. 1832 erfolgte die Angliederung von Altenburg und Neumarkt an die Innenstadt. Auch die Industrialisierung ging nicht spurlos an Merseburg vorbei. So entwickelten sich beispielsweise Maschinen-, Leder – und Papierfabriken und 1846 erfolgte der Anschluss an die Bahnstrecke Halle-Naumburg.
Merseburgs bewegte Geschichte
Die Geschichte der Stadt Merseburg geht zurück bis ins 9. Jahrhundert, in dem die Stadt erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Seitdem hatte die Stadt eine bewegte Vergangenheit. Während des zweiten Weltkrieges wurde die Stadt mehrfach bombardiert und Teile des Schlosses und der Innenstadt fast vollständig ruiniert. Große Teile des historischen Stadtkerns, so auch das Schloss, wurden wieder aufgebaut und können heute besichtigt werden. So auch die berühmten Merseburger Zauberformeln aus dem 8. Jahrhundert, die der Historiker Georg Waitz im Jahre 1841 entdeckte. Diese Zeilen gehören zu den ältesten schriftlichen Überlieferungen.